Wie sich Aerial Silk Vienna auf eine mögliche Wiedereröffnung vorbereitet

Lesedauer: 8 Minuten
Team Aerial Silk Vienna

Aerial Silk ist definitiv eine beeindruckende Sportart: kunstvoll, elegant und kraftvoll zugleich. Dass man nicht in einer Zirkusfamilie aufgewachsen sein muss, um sich in der Luft bewegen zu können, genau das möchte das TrainerInnen Team von Aerial Silk Vienna den Menschen nahe legen. Weil die Sicherheit der TeilnehmerInnen vorgeht, hat sich das Team rund um Geschäftsführerin Nadine, im Lockdown gegen ein Online Angebot entschieden. Um so mehr freut sich Nadine hoffentlich bald ihr Studio wieder aufsperren zu können.

Wir sprechen mit Nadine über die aktuellen Herausforderung für Aerial Silk Studios, wie sie trotz Schließung mit der Community in Kontakt bleibt und wie sich das Team von Aerial Silk Vienna auf die Wiedereröffnung vorbereitet.

Nadine, wie geht es euch bei Aerial Silk im Moment?

Nadine: Derzeit versuchen wir den Spagat zu meistern, zwischen: wir bleiben unserem Konzept und dem Studio treu und entscheiden uns gegen ein Online Angebot, weil die Sicherheit absoluten Vorrang hat. Und auf der anderen Seite liegt uns unsere Community natürlich sehr am Herzen und wir vermissen es mit den Teilnehmerinnen zu trainieren.

Wie bleibt ihr mit eurer Community in Kontakt?

Nadine: Derzeit nutzen wir vor allem unsere Social Media Kanäle, um mit der Community in Kontakt zu bleiben. Allerdings finde ich das gerade auch schwierig, weil es einfach nichts neues zu berichten gibt. Außerdem haben wir schon vor längerer Zeit eine Facebook Gruppe gegründet, die anfangs vor allem dazu genutzt wurde, um Kursplätze zu tauschen, wenn man mal nicht teilnehmen konnte. Mittlerweile ist der Austausch in der Gruppe intensiver geworden, die MitgliederInnen geben sich gegenseitig Tipps und interagieren viel miteinander. Ich überlege auch schon, ob ich einfach Mal ein Zoom Meeting ausschicken soll, einfach, dass wir uns alle wieder sehen und austauschen können

Und zuletzt haben wir auch den Aerial Silk Vienna Newsletter, der natürlich weiterhin rausgeht, aber auch da hat sich über die letzten Wochen nicht viel geändert. Wir halten alle auf dem Laufenden bezüglich den Regelungen und freuen uns, wenn wir dann endlich wieder zusammen trainieren dürfen.

Aerial Silk Vienna während einer Aerial Silk Vorführung
Fotocredits: Laszlo Roth

Bietet ihr im Lockdown Online Aktivitäten an?

Nadine: Wir haben uns lange gegen die online Entwicklungen gesträubt. Aerial Silk anzubieten ist überhaupt nicht vergleichbar mit Yoga oder anderen Sportarten, die man einfach zu Hause praktizieren kann. Für mich steht die Sicherheit der TeilnehmerInnen immer im Vordergrund. Beim Training in den eigenen vier Wänden wissen wir nicht, ob die Geräte richtig in der Wohnung installiert worden sind. Hinzu kommt, dass wir im Studio immer Hand anlegen, zum einen für die Sicherheit der TeilnehmerInnen, aber auch dass die Tricks und Technik richtig gelernt werden kann. Indem man eine Person zum Beispiel nur etwas in die richtige Richtung dreht, kann die Figur gleich viel besser ausgeführt werden. Das können wir online überhaupt nicht gewährleisten.

Wie kam es dann doch zu einem Online Aerial Silk Angebot?

Nadine: Die Nachfrage nach Online Stunden war bei unserer Community sehr wohl da, also haben wir mit ein paar wenigen Online Aerial Silk und Aerial Hoop Einheiten gestartet. Wir versuchen ganz eindeutig zu kommunizieren: 

“Du musst Zugang zu einem sicheren Aerial Gerät haben”, nur so können wir einigermaßen gewährleisten, dass sich keine zu Hause verletzt. 

Es handelt sich hier nicht um Anfängerstunden, sondern eher für fortgeschrittene Aerialisten. Die Stunden haben wir auch über Instagram beworben und schnell gemerkt, dass die Nachfrage nach englischen Stunden plötzlich total hoch ist. Das ist eine super interessante Entwicklung, Menschen von überall können an unseren Stunden teilnehmen. Viele möchten gerne englischsprachige Workshops von uns sehen. Ich habe dazu auch gerade auf Instagram eine Umfrage gestartet, ich bin schon gespannt, was da rauskommt.

Glaubst du, dass du im April Aerial Silk Vienna wieder aufsperren darfst?

Nadine: Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass schon bald ein normaler Betrieb in Österreich wieder möglich ist. Im Moment müssen wirklich viele Studios schließen, vor allem große Studios mit mehreren Standorten, weil es sich einfach nicht rechnet. Vom Staat kommt auch nicht wirklich ein vernünftiges Konzept, wie man Sport und Bewegung wieder möglich machen kann.

Wenn wir im April wieder aufmachen dürfen, dann hatten wir 5 Monate am Stück geschlossen. Das ist für uns und für alle TeilnehmerInnen ein totaler Neustart, sie müssen sich wieder ans Tuch gewöhnen, die Kraft wieder aufbauen und die Ausdauer. Dabei wäre das Training gerade jetzt so wichtig, weil uns die Bewegung körperlich und mental gesünder macht. Ich hoffe natürlich, dass wir wieder aufmachen dürfen, bin mir aber nicht sicher, wenn ich mir die Entwicklungen in Österreich ansehe.

Nadine, Geschäftsführerin Aerial Silk Vienna

Ich glaube das wichtigste bei der Wiedereröffnung ist, dass man nach außen repräsentiert, dass man sich an die Regelungen hält. Viele Menschen sind einfach extrem vorsichtig geworden oder haben Angst. Da muss man sich Schritt für Schritt herantasten.

Nadine, Geschäftsführerin Aerial Silk Vienna

Wie sah die Wiedereröffnung im letzten Jahr für euch aus?

Nadine:  Als wir im letzten Jahr nach dem Lockdown wieder öffnen durften, sind die TeilnehmerInnen sofort wieder zu uns gekommen. Wir haben nur 8 Plätze in unseren Kursen, weil wir nur 4 Tücher haben. Bedeutet, dass sich immer 2 zusammen ein Tuch teilen. Das ist auch gut so, weil man vor allem am Anfang seinen Handgelenken immer wieder eine Pause gönnen muss. Sollten nach dem Lockdown noch strengere Teilnehmerbeschränkungen kommen, müssen wir uns gut überlegen, ob es sich lohnt Kurse anzubieten. Alles unter 3 TeilnehmerInnen macht wirtschaftlich eigentlich keinen Sinn.

Aerial Silk Vienna während einer Klasse im Studio im ersten Wiener Gemeindebezirk

Wie bereitest du dich auf eine mögliche Wiedereröffnung deines Studios vor?

Nadine: Ich glaube das wichtigste bei der Wiedereröffnung ist, dass man nach außen repräsentiert, dass man sich an die Regelungen hält. Viele Menschen sind einfach extrem vorsichtig geworden oder haben Angst. Da muss man sich Schritt für Schritt herantasten.

Für mich sind deshalb vor allem zwei Botschaften relevant:

Während der Stunde sollte man dann versuchen eine gewisse Normalität herzustellen. Die TeilnehmerInnen müssen das Gefühl haben, wenn sie zum Training gehen, sind sie nicht mehr eingeschränkt, sondern können ohne Sorgen mitmachen.

Wie setzt ihr diese beiden Botschaften im Studio um?

Nadine: Bei Aerial Silk ist der Körperkontakt für die Sicherheit total wichtig, wir klären deshalb vor den Stunden immer ab, ob das für alle okay ist und bieten dann auch immer Optionen für diejenigen, für die es nicht in Frage kommt. Und wir müssen Verständnis schaffen, jeder geht anders mit dem Virus um und das müssen wir auch akzeptieren. Wir müssen einen Raum schaffen, indem jeder sagen darf, was er denkt. Für uns ist alles okay, wichtig ist nur, dass die TeilnehmerInnen uns sagen, wie es für sie am besten ist.

Im ersten Lockdown haben wir deshalb auch die Stornierungsbedingungen im Eversports Manager gelockert, denn wir möchten nicht, dass sich jemand mit den Auflagen im Studio nicht wohl fühlt. 

Derzeit überlegen wir, ob wir mehr in Richtung Drop-In-System gehen sollen, weil wir nicht wissen, wann wir wieder aufsperren dürfen und vor allem wie lange. Kursformate über mehrere Wochen, sind von der Administration her natürlich sehr viel Aufwand. Drop-In entspricht auch irgendwie mehr dem Zeitgeist, die Leute sind flexibler. Aber wir müssen sicherstellen, dass alle genau informiert sind, welche Voraussetzungen für welche Stunde nötig sind, damit wir für Sicherheit sorgen können.

7 Tipps zur Wiedereröffnung von Nadine

Wie hast du denn Aerial Silk für dich entdeckt?

Nadine: Ich hab mich eine Zeit lang ins Fitness Center gequält, war aber überhaupt nicht sportlich und auch nicht zufrieden mit der Situation. Durch Zufall habe ich dann auf YouTube ein Video gesehen mit den neuesten Trendsportarten und da wurde auch Aerial Silk vorgestellt. Ich hab dann nach einem Studio in Wien gesucht und mich für 10€ zu meiner Aerial Silk Stunde angemeldet.

Nach der ersten Stunde war ich sofort hin und weg, allerdings kam ein einmonatiger Urlaub dazwischen, über den ich mich fast geärgert habe, weil ich lieber wieder zum Aerial Silk gehen wollte. Was mich so fasziniert am Aerial Silk ist die Mischung aus Kraft und der Eleganz beim Tanzen in der Luft.

Ich hätte nie gedacht, dass die 10€ für meine erste Aerial Silk Stunde mein ganzes Leben verändern.

Nadine, Geschäftsführerin Aerial Silk Vienna

Wie kam es dann zum eigenen Studio?

Nadine: Ich habe dann eine Zeit lang bestimmt 5 Mal die Woche Aerial Silk gemacht und alle TrainerInnen bei Aerial Silk Vienna kennen gelernt. Irgendwann hat mich dann Sophie, die Gründerin von ASV  gefragt, ob ich Trainerin werden möchte und ich habe damals wie alle unserer TrainerInnen eine intensive Ausbildung absolviert.

Ein paar Jahre später wurde ich dann gefragt, ob ich die Studioleitung übernehmen möchte und nachdem das für mich ganz klar mein Traumjob ist, hab ich natürlich sofort zugesagt. Aerial Silk Vienna gibt es schon seit 2012 und es hat sich in Wien stetig weiter etabliert.

Fotocredits: Laszlo Roth

Was ist das besondere an Aerial Silk?

Nadine: Bei Aerial Silk ist die Hemmschwelle sehr groß. Die meisten Menschen können einfach gar nicht glauben, dass man ohne Vorkenntnisse zu uns kommen kann. Wir haben uns das aber zum Leitsatz gemacht, dass wir jedem ermöglichen wollen, Aerial Silk auszuüben. Das versuchen wir auch auf unserer Website ganz klar zu kommunizieren, um genau diese Schwelle zu reduzieren.

Und was ist das besondere an deinem Studio, am Aerial Silk Vienna?

Nadine: Bei Aerial Silk Vienna kann jede/r einsteigen, wir zeigen den TeilnehmerInnen Schritt für Schritt, wie Tricks funktionieren. Alle Stunden sind bei uns in verschiedene Levels eingeteilt, die jeweils über 6 Wochen gehen. NeueinsteigerInnen, also diejenigen, die noch gar keine Erfahrung am Tuch haben, würden bei uns mit einem Level 1 Kurs beginnen und darin alle Basics lernen. Der Fokus zu Beginn ist erst Mal auf Griffkraft, die man braucht um sich am Tuch festzuhalten.

Wir haben ein ganz fixes Stundenkonzept, in allen Level-Kursen ist genau von uns definiert, welche Tricks gelernt werden. So kann man bei Ausfällen einfach einspringen und weiß genau, was man unterrichten muss. Dazwischen können die TeilnehmerInnen auch zusätzliche Kurse bei uns nehmen, die sich mehr auf Choreographie und Tanz fokussieren, um auch an der Kondition zu arbeiten.

Aerial Silk bieten mittlerweile auch viele Pole Dance Studios mit an. Ich würde sagen, Aerial Silk gehört definitiv zum Bereich Tanz, aber auch Kraftsport. Die größte Herausforderung beim Anbieten von Aerial Silk ist die nötige Deckenhöhe, die sollte nämlich 5-6 Meter hoch sein und das ist wirklich schwierig zu finden. Wir haben unser Studio mitten im 1. Bezirk in der Altstadt Wiens und zwar im Keller. Total ungewöhnlich, aber tatsächlich haben wir da 5-6 Meter hohe Decken.

Vielen Dank an Nadine, Geschäftsführerin von Aerial Silk Vienna, für das spannende Interview!

Alle Bilder im Artikel sind von: Laszlo Roth

Lerne jetzt die Software für dein Aerial Silk, Aerial Hoop oder Pole Dance Studio kennen:

Jetzt entdecken

Artikel teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on google
Share on whatsapp

Ähnliche Artikel

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on google
Share on whatsapp
Eversports Manager Logo